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Haus Baujahr 1899 - Was mir die Wärmepumpe wirklich gekostet hat

Heizkosten · Auswertung 12 Monate

Ein Jahr Messdaten der Bosch-Wärmepumpe, ausgewertet und gegen die alte Flüssiggas-Heizung gerechnet — mit heutigen Energiepreisen.

5.245 kWh
Stromverbrauch / Jahr
1.352,69 €
Stromkosten / Jahr
≈ 620 €
gespart ggü. Flüssiggas

Von der Sommerflaute zum Januar-Peak

Der Verbrauch folgt klar der Heizsaison: im Sommer läuft nur die Warmwasserbereitung, ab Oktober zieht der Bedarf an und erreicht im Januar mit 1.190 kWh das Achtfache des Julimonats.

Verbrauch (kWh)    Kosten (€)

Jul85Aug95Sep161Okt327Nov571Dez848Jan1190Feb730Mär545Apr326Mai224Jun143 33€ 35€ 50€ 88€ 143€ 206€ 283€ 179€ 137€ 88€ 65€ 46€

Verbrauch und Kosten im Detail

Berechnet mit 22,61 ct/kWh Arbeitspreis und 13,90 € Grundpreis pro Monat.

Monat kWh Arbeitspreis Kosten inkl. GP
Jul8519,22 €33,12 €
Aug9521,48 €35,38 €
Sep16136,40 €50,30 €
Okt32773,94 €87,84 €
Nov571129,10 €143,00 €
Dez848191,73 €205,63 €
Jan1.190269,06 €282,96 €
Feb730165,05 €178,95 €
Mär545123,22 €137,12 €
Apr32673,71 €87,61 €
Mai22450,65 €64,55 €
Jun14332,33 €46,23 €
Summe 5.245 1.352,69 €

Wärmepumpe vs. Flüssiggas — zu heutigen Preisen

Die alte Flüssiggasheizung lag bei einem historischen Verbrauch von rund 2.500–2.670 Liter pro Jahr. Zu aktuellen Flüssiggaspreisen (Stand Juli 2026, ~76,4 ct/L bei Abnahme unter 3.000 L) hätte das im selben Zeitraum so viel gekostet:

Wärmepumpe (Strom, real gemessen) 1.352,69 €/Jahr
Flüssiggas (heutiger Preis, alter Verbrauch) 1.910–2.038 €/Jahr
557–686 € jährliche Ersparnis der Wärmepumpe gegenüber Flüssiggas zu heutigen Marktpreisen — trotz Grundpreis und aktuell hoher Strompreise.

Zum Vergleich: der historisch tatsächlich gezahlte Flüssiggaspreis lag mengengewichtet bei 0,78 €/L (2018–2024, mit Spitzen bis 1,82 €/L) — also sogar über dem aktuellen Marktpreis. Ein Teil davon war Lieferanten-Bindung ohne freien Preisvergleich, wie sie beim Miettank-Modell üblich ist.

Gesamtfazit

Aber die ganze Wahrheit kostet auch die Investition mit ein — und zwar fair gerechnet gegen das, was ohnehin anstand: Meine alte Heizung war 24 Jahre alt, eine Neuanschaffung stand so oder so an. Eine neue Gasheizung hätte mich inklusive Installation grob 12.000 € gekostet (üblicher Rahmen: 9.000–15.500 €, ohne Förderung, da es die für reine Gasheizungen nicht mehr gibt). Die Wärmepumpe kostete 32.000 €, abzüglich 16.500 € KfW-Zuschuss blieben 15.500 € Eigenanteil, die ich über einen Kredit mit 300 €/Monat abstottere. Der faire Vergleich ist also nicht „0 € vs. 32.000 €", sondern nur der Mehrbetrag von 3.500 €, den die Wärmepumpe gegenüber der ohnehin fälligen neuen Gasheizung zusätzlich kostet. Anteilig auf denselben Kredit umgelegt, macht das rund 68 €/Monat Mehrrate. Dem stehen 46–57 €/Monat Ersparnis bei den Energiekosten gegenüber (557–686 €/Jahr). Unterm Strich: Während der Kredit läuft, ist die Wärmepumpe gegenüber einer neuen Gasheizung finanziell noch ein kleines Minusgeschäft — etwa 10–21 €/Monat teurer in Summe. Nach rund 4,3 Jahren, wenn der Kredit abbezahlt ist, kippt das Bild endgültig zugunsten der Wärmepumpe: Dann bleibt nur noch die volle jährliche Ersparnis von 557–686 € übrig, ohne Kreditrate, die das aufzehrt. Wenn allerdings die Preise für Öl und Gas weiter steigen, was sehr wahrscheinlich ist, wenn man sich die Weltlage angeschaut, kann die Ersparnis sogar schnell steigen. Ökologisch zahlt sich die Entscheidung dagegen schon jetzt aus, unabhängig vom Kredit: Beim deutschen Strommix-Durchschnitt (344 g CO₂/kWh, Umweltbundesamt) verursacht die Wärmepumpe rund 1,8 Tonnen CO₂ im Jahr, während dieselbe Wärmemenge mit Flüssiggas (284 g CO₂/kWh) auf 5,0–5,4 Tonnen käme — eine Ersparnis von rund 3,2–3,6 Tonnen CO₂ pro Jahr. Ich beziehe meinen Strom allerdings von Green Planet Energy, einem zertifizierten Ökostromanbieter (Grüner Strom-Label, ok-power-plus, TÜV-Nord-geprüft, 100 % Wind-, Wasser- und Solarkraft ohne Kohle- oder Atomstrom-Beteiligung). Nach dieser Stromkennzeichnung liegt mein rechnerischer CO₂-Fußabdruck durch den Wärmepumpen-Betrieb bei praktisch 0 Tonnen CO₂ im Jahr — gegenüber den 5,0–5,4 Tonnen, die dieselbe Wärmemenge mit Flüssiggas verursacht hätte. Fairnesshalber: Das ist die zertifizierte Bilanz meines Stromvertrags, nicht die physikalische Momentanerzeugung im Netz, in das ich eingespeist bin — der Strom aus der Steckdose ist trotzdem Teil des deutschen Verbundnetzes. Das bedeutet das ich jemanden anderem ggf. seinen Strom vergrünt habe - was für mich das selbe ist, nämlich weniger CO2

Datenbasis: eigene Zählerstände Bosch CS6800i AW (12 Monate), Progas-Lieferhistorie 2018–2024, Flüssiggas-Marktpreise Stand Juli 2026.

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