Kubuntu 15.10 auf dem Acer Aspire VN7-592G

Obwohl ich vorab genau geschaut habe welche Komponenten im Notebook verbaut sind, hatte/habe ich doch einigen Problem mit der neuen Hardware. Konkret geht es um den "Acer Aspire VN7-592G", welchen ich für die Arbeit gewählt habe. Der Rechner ist leistungsfähig genug um mehrere virtuelle Server zu simulieren und darauf zügig zu entwickeln, wobei das Display meine Anforderung erfüllt einen größeren Codeabschnitt in der IDE anzuzeigen.

Hardware Eckdaten

  • Intel® Core™ i7-6700HQ
  • Mobile Intel HM86 Express
  • NVIDIA GeForce GTX 960M Grafik

00:00.0 Host bridge: Intel Corporation Sky Lake Host Bridge/DRAM Registers (rev 07)
00:01.0 PCI bridge: Intel Corporation Sky Lake PCIe Controller (x16) (rev 07)
00:02.0 VGA compatible controller: Intel Corporation Device 191b (rev 06)
00:14.0 USB controller: Intel Corporation Sunrise Point-H USB 3.0 xHCI Controller (rev 31)
00:14.2 Signal processing controller: Intel Corporation Sunrise Point-H Thermal subsystem (rev 31)
00:15.0 Signal processing controller: Intel Corporation Sunrise Point-H LPSS I2C Controller #0 (rev 31)
00:15.1 Signal processing controller: Intel Corporation Sunrise Point-H LPSS I2C Controller #1 (rev 31)
00:16.0 Communication controller: Intel Corporation Sunrise Point-H CSME HECI #1 (rev 31)
00:17.0 SATA controller: Intel Corporation Sunrise Point-H SATA Controller [AHCI mode] (rev 31)
00:1c.0 PCI bridge: Intel Corporation Sunrise Point-H PCI Express Root Port #3 (rev f1)
00:1c.3 PCI bridge: Intel Corporation Sunrise Point-H PCI Express Root Port #4 (rev f1)
00:1c.4 PCI bridge: Intel Corporation Sunrise Point-H PCI Express Root Port #5 (rev f1)
00:1f.0 ISA bridge: Intel Corporation Sunrise Point-H LPC Controller (rev 31)
00:1f.2 Memory controller: Intel Corporation Sunrise Point-H PMC (rev 31)
00:1f.3 Multimedia audio controller: Intel Corporation Sunrise Point-H HD Audio (rev 31)
00:1f.4 SMBus: Intel Corporation Sunrise Point-H SMBus (rev 31)
01:00.0 3D controller: NVIDIA Corporation GM107M [GeForce GTX 960M] (rev ff)
07:00.0 Network controller: Qualcomm Atheros QCA6174 802.11ac Wireless Network Adapter (rev 32)
08:00.0 Ethernet controller: Realtek Semiconductor Co., Ltd. RTL8111/8168/8411 PCI Express Gigabit Ethernet Controller (rev 15) 

Problemstellen

Schon die Installation gestaltete sich schwierig. Das liegt zum einem am UEFI/Secure Boot, als auch daran, das die Kubuntu Installation mit den Standardparametern fehlschlägt. Zudem gibt es Probleme mit dem WLAN Adapter, als auch dem Powermanagement.

Bios

Im Bios (nach dem Einschalten über F2 zu erreichen) muss aktiviert werden, dass mann mittels F11 die Bootreihenfolge gewählt werden kann. Der Boot Modus ist bei der Installation vom USB-Stick auf "legacy" zu stellen, und nach der Installation auf UEFI/Secure, siehe Installation.

Boot USB Medium

Kubuntu wird vom Image über "usb-creator-kde" auf einen USB-Stick verpackt.

Installation

Da die Installation mit Standardparametern nicht funktioniert muss man im Grub Bootloader der Installations-CD den Parameter "acpi=off" (nicht empfohlen) oder "nomodeset" (reichte bei mir aus) hinzufügen. Damit läuft die Installation dann durch. Nach der Installation kommt eine "missiong operation System" Fehlermeldung, danach muss UEFI im Bios wieder aktiviert werden, und man muss den grub Loader im Bios von der Festplatte wählen und als UEFI erlaubt hinzufügen.

WLAN

Der WLAN Adapter läuft nativ nach der Installation nicht, da die passende Firmware im Kernel nicht hinterlegt ist. Es handelt sich um den Adapter Atheros qca6174 Mdoul: ath10k_pci in der Revision 32. Die Revisionsnummer ist wichtig, denn danach entscheidet sich, welche Firmware man für die WLAN Karte von Hand einspielen muss (Funktioniert auch mit Kubunut/Ubuntu 16.04 LTS).

07:00.0 Network controller: Qualcomm Atheros QCA6174 802.11ac Wireless Network Adapter (rev 32)

SSD/Harddisk

Mit der SSD selber gibt es keine Probleme. Ich hatte überlegt die Swap partition in der Datei "/etc/fstab" abzuschalten, damit SWAP nicht auf der SSD schreibt, aber ohne SWAP geht kein Suspend-to-Disk. Das discard Flag zum mounten wurde schon automatisch bei der Installation gesetzt.

thomas@grup:~$ cat /etc/crypttab
sda3_crypt UUID=8efa8d80-5e2e-49cc-b75c-43a2486e8b8a none luks,discard

Ein Eintrag in der /etc/rc.local" mit "hdparm -S 1 /dev/sdb" sorgt dafür das die zweite, von mir nicht verwendete Festplatte sich abschaltet.

Powermanagement

Erst am dritten Tag ist mir aufgefallen, das der Laptop fast durchgehend mit Vollgas läuft (was erstmal für die guten Lüfter spricht). Ursache ist, das mit auf den Sandy-Bridge-Chipsätze der "intel_pstate" Scheduler sich um die Taktung der CPUs kümmert. Theoretisch ist das gut, funktioniert aber in dieser Kubuntu/Ubuntu Version nicht.

thomas@quad:~$ cat /sys/devices/system/cpu/intel_pstate/min_perf_pct
100

Leider ließ sich dieser Wert bei mir nicht reduzieren, so dass der Befehl "cpufreq-info" deutlich anzeigte, dass die CPUs immer im oberen Taktbereich liefen. Daher habe ich den Rechner auf den "klassischen" ondemand Scheduler umgestellt, indem ich in die "/etc/default/grub" folgende Zeile gepackt habe:

GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT="quiet splash intel_pstate=disable"

Danach noch diese Konfiguration übernehemen via:

thomas@quad:~$ sudo update-grub

Danach stellte sich noch heraus, das die erste CPU zu 100% von einem Kernel Thread ausgelastet wurde und damit immer hochgetaktet wurde. Das kann man sehen, wenn man "cpufreq-info" aufruft. Ich habe dann gesehen, das ein interrupt mehr also 20.000 mal aufgerufen wurde und die Last erzeugt hat. Gesehen habe ich das mit "grep . -r /sys/firmware/acpi/interrupts/".

Ich habe den Interrupt dann in der /etc/rc.local mit

echo "disable" > /sys/firmware/acpi/interrupts/gpe61

Grafik

Ich verwende den Intel Treiber, da dies stromsparender ist und für den Desktopbetrieb völlig ausreicht. Spannend ist, das man am USB 3 Typ C/ USB 3.1 Anschluß einen zweiten Monitor via HDMI anschließen kann. Bei entsprechenden Adaptern wird geschrieben das diese nur für Apple MAcbook funktionerien, was aber nicht stimmt.

Fall man aber doch den Nvidia Treiber verwendet, kann man folgende Konfiguration in die Datei "/usr/share/X11/xorg.conf.d/52-nvidia.conf" ablegen, um die Nvida Coolbits zu aktivieren, um die Grafikkarte zu über-/untertakten. Die früher verwendten statischen xorg.conf Dateien werden in aktuellen Distributionen nicht mehr verwendet.

Section "Device"
    Identifier     "nvidia"
    Driver         "nvidia"
    BusID          "PCI:1@0:0:0"
EndSection

Section "Screen"
    Identifier     "intel"
    Device         "intel"
    Monitor        "Monitor0"
EndSection

Section "Screen"
    Identifier     "nvidia"
    Device         "nvidia"
    Monitor        "Monitor0"
    DefaultDepth    24
    Option         "AllowEmptyInitialConfiguration" "on"
    Option         "IgnoreDisplayDevices" "CRT"
    Option         "ConstrainCursor" "off"
    Option         "Coolbits" "12"
    SubSection     "Display"
        Depth       24
        Modes      "nvidia-auto-select"
    EndSubSection 
EndSection

Weitere stromsparenmaßnahmen

Mit dem tool "powertop" kann man noch weiter untersuchen wo man Strom sparen kann. Bisher habe ich folgende Parameter in die /etc/rc.local aufgenommen:

# Festplatte nach 5 Sekunden leerlauf abschalten (ich verwnde diese garnicht, ansonsten wären 5 Sekunden sehr kurz)
hdparm -S 1 /dev/sdb

echo "disable" > /sys/firmware/acpi/interrupts/gpe61

# Ich verwende kein bluetooth (001 Device 003: ID 0489:e09f Foxconn / Hon Hai)
rmmod btusb
#rfkill block bluetooth
#echo 'auto' > '/sys/bus/usb/devices/1-7/power/control'

# WOL abschalten
ethtool -s enp8s0 wol d

echo '1' > '/sys/module/snd_hda_intel/parameters/power_save'
echo 'auto' > '/sys/bus/pci/devices/0000:01:00.0/power/control'
echo 'min_power' > '/sys/class/scsi_host/host2/link_power_management_policy'
echo 'min_power' > '/sys/class/scsi_host/host3/link_power_management_policy' 

Quellen

  • Intel P-state driver
  • Acer Aspire V Nitro
  • Linux On Laptops

    Last Change: 10-Dec-2017 06:01

    Kontakt und Infos zur Person: Thomas Eimers